Jugendstreiche, Spaß und bitterer Ernst

Sachbeschädigung

Liebe Jugendliche aus Helmstadt oder der Umgebung, die froh darüber sind, dass Vereine Veranstaltungen für jugendliches Publikum organisieren!

 

Wenn wir Erwachsenen behaupten würden, wir wären als Jugendliche alle Engel gewesen und hätten nichts angestellt, dann würden wir sicher lügen. Die Jugend aller Zeiten war übermütig. Aber Zwischen Spaß und Ernst liegt oft nur eine hauchdünne Grenze. Und dann wird aus der Idee eines tollen Scherzes ein furchtbar teures Unglück, das Hab und Gut von Mitbürgern beschädigt oder gar Gesundheit und Leben kosten kann. Was von Alledem passiert, hängt, wenn der unbedachte Spaß einmal gestartet wurde, lediglich vom Glück ab.

 

So war das auch in der Nacht von Freitag auf Samstag, den 10. Juli, als am Parkplatz oberhalb der Verbandsschule, auf dem eine Baufirma für die Dauer der Kananlsanierungsarbeiten in Helmstadt, übrigens gut gegen wegrollen gesichert, Kanalrohre und andere Baumaterialien lagert. Irgendjemand kam dann auf die „Super Idee“, so ein Rohr würde doch sicher toll den Hang runter Rollen. Dass sich so ein tonnenschweres Rohr, einmal gestartet, mit keinem Mittel mehr steuern oder bremsen lässt, daran hatte der Spaßvogel sicher nicht gedacht. Auch wenn‘s schwer ist, selbst bei vermeintlichem Spaß ist es lebenswichtig vor dem „Startschuss“ über die möglichen Konsequenzen nachzudenken! Was könnte passieren wenn …? Kann sich das verselbstständigen? Könnte jemand zu Schaden kommen?

Kann ich die Konsequenzen verantworten?

 

Angenommen, es kommt jemand bei so einem Scherz um. Das Leben des Scherzboldes wird sich verändern. Ob er erwischt wird oder nicht! Wird er nämlich nicht erwischt, wird ihn mit Sicherheit unweigerlich sein Leben lang das Gewissen plagen. Und das Leben liegt noch vor einem, als Jugendlicher.

„Scherze“ wie das in letzter Zeit gerne geübte herausheben von Kanaldeckeln birgt übrigens ebenfalls schwerste Risiken. Vom gebrochen Bein beim versehentlichen hineintreten bis zur abgebrochenen Autoachse und vielleicht ein dadurch verursachter Verkehrsunfall mit schwer Verletzten oder Toten. Alles möglich!

Doch auch kleinere Schäden, wie das herausreißen von Pflanzen aus öffentlichen Pflanzungen und Ähnliches, das wohl nicht so gefährlich ist, aber der Allgemeinheit – und dazu gehören auch die Täter und deren Eltern, Verwandte und Freunde – entsteht finanzieller Schaden, den Alle miteinander bezahlen müssen. Das Geld wird sicher an anderer Stelle notwendiger gebraucht!

 

Solcher Unfug kann zu guter letzt auch dazu führen, dass Vereine Veranstaltungen möglicherweise nicht mehr abhalten können. Es wird für diese sowieso immer schwieriger, durch höhere Immissionsschutzanforderungen (Lärm), Einhaltung der Jugendschutzbestimmungen (Alkohol usw.). Dazu kommen dann noch solche gefährlichen Auswüchse. Und dass solche Veranstaltungen nicht mehr angeboten werden, das kann doch vor Allem überhaupt nicht im Interesse der Jugendlichen liegen, die diese Veranstaltungen lieben.

 

Also liebe Leute:

Bitte, bitte, auch wenn’s lustig und feucht-fröhlich war. Denkt trotzdem vor jedem Tun über die möglichen Konsequenzen nach, damit nicht Anderen und letztendlich auch Euch selbst Schaden entsteht.

 

Noch eine Bitte an die Rohr-Roller: bitte meldet euch und macht den angerichteten Schaden wieder gut!

 

Euer Bürgermeister

Edgar Martin

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