Marktgemeinde Helmstadt mit Gemeindeteil Holzkirchhausen

„Helmstadter“ gab es wohl schon in mehreren Bandkeramischen Siedlungen um 5000 v. Chr. in der Gemarkung und auch auf dem heutigen Ortsgebiet des Marktes Helmstadt. Auch aus der Hallstattzeit um 400 v. Chr. sind Siedlungszeugnisse vorhanden.

Helmstadt liegt zwischen Würzburg, Wertheim, Tauberbischofsheim und Marktheidenfeld im historischen Waldsassengau.

Erstmals Urkundlich Erwähnt wurde Helmstadt im Jahr 772, als Alwalah Helmstadt, das damals noch Adalhalmestat hieß, dem Kloster Fulda schenkte.

Vermutlich vom Personennamen eines Adalhalm abgeleitet, wandelte sich der Ortname, nachdem dieser aus der Mode und in Vergessenheit geraten war.  In der frühen Neuzeit leitete man diesen dann von den Begriffen

 „Helm“ und „Halm“ im Sinne von Beilstiel, Werkzeugstiel ab. Ein solcher ist auch im ältesten Wappen von Helmstadt um 1580 abgebildet. Hier kommt auch der „Helbling“ als historische Münze dieser Zeit ins Spiel, der wahrscheinlich zum Spitznamen der Helmstadter, dem „Blomäuser“ führte, wie diese Münze ebenfalls genannt wurde.

Helmstadt durchlebte eine wechselvolle Geschichte, immer wieder änderten sich die Dorfherrschaften und damit auch die Konfessionen. Ursprünglich im Besitz des Klosters Holzkirchen, gelangte die Dorfherrschaft im Mittelalter in den Besitz der Wertheimer Grafen. Nach deren Aussterben im Jahr 1556 fiel der Ort an die Nürnberger Patrizierfamilien Haller von Hallerstein, von Imhof und letztendlich von Buirette. Im Jahr 1612 kam Helmstadt unter Fürstbischof Julius Echter in das Herrschaftsgebiet der Würzburger Fürstbischöfe.

Geschichtlich bedeutsame Ereignisse und Persönlichkeiten, die mit Helmstadt in Zusammenhang stehen sind zum einen Hans Böhm, genannt der Pfeifer von Niklashausen. Er wurde im Jahr 1476 in Würzburg auf dem Schottenanger von Fürstbischof Rudolf von Scherenberg verbrannt, nachdem er durch seine aufrührerischen Predigten wider die geistliche und weltliche Herrschaft, Tausende von Anhängern in den Ort an der Tauber geführt hatte. Sein Denkmal steht heute auf dem Rathausplatz.

Und Prinz Ludwig , der spätere König Ludwig III. von Bayern. Am 25. Juli 1866er wurde er als Ordonanzoffizier seines Vaters, des Prinzen Luitpold, in der Schlacht bei Helmstadt im Ehringstal schwer verwundet. Aus diesem Grund steht am Ortsausgang Richtung Würzburg ein 1909 eingeweihtes großes Denkmal.

Aus einer im Zweiten Weltkrieg noch vollständig landwirtschaftlich geprägten Gemeinde hat sich in den letzten Jahrzehnten ein Kleinzentrum mit Industriebetrieben, Schulen, Handwerksbetrieben und dem Sitz der Verwaltungsgemeinschaft und Verbandsschule entwickelt.

Seit der Landkreisreform am 1. Juli 1972 gehört Helmstadt nicht mehr zum damals aufgelösten Landkreis Marktheidenfeld, sondern zum Landkreis Würzburg. (MAR, WÜ)

In der 1978 anschließenden Gebietsreform ist der einstmals selbstständige Nachbarort Holzkirchhausen ein Ortsteil des Marktes Helmstadt.

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